Genehmigungsrelevante
Anforderungen in
der Automobilindustrie

Kurz erklärt: Produktsicherheit und Produktkonformität

Ist ein konformes Produkt auch sicher? Und ist ein sicheres Produkt konform?

Haben Sie schon einmal versucht, herauszufinden, welche Vorgaben Ihr Fernseher erfüllen muss, damit er in Ihrem Wohnzimmer hängen darf? Unter welchen Voraussetzungen Ihre Kopfschmerztabletten in die Apotheke gelangen? Oder wie viele Prüfungen Ihr Auto schon hinter sich hat, bevor sie es fahren dürfen? Die Antworten würden Sie überraschen! Denn es gibt für sehr viele Produkte strenge gesetzliche Anforderungen, die erst erfüllt werden müssen, bevor sie in den Verkehr gebracht werden dürfen.

Das gilt u.a. für chemische, medizinische, pharmazeutische, aber auch für elektronische Produkte, wie z.B. Kraftfahrzeuge. In diesem Zusammenhang fallen oft die Begriffe „Konformität“ und „Sicherheit“. Doch was bedeuten sie eigentlich? Gelten für beide die gleichen Anforderungen? Und wie hängen sie zusammen?

1. Was ist Produktsicherheit?

Ob ein Produkt sicher ist, muss danach beurteilt werden, wie es verwendet wird. Der Verantwortliche bzw. der Hersteller des Produktes muss sich also damit beschäftigen, wie die Anwender oder andere Personen das Produkt nutzen bzw. nutzen könnten. Die Sicherheit des Produkts bezieht sich dabei nur auf den bestimmungsgemäß oder vorhersehbaren Gebrauch.

Doch manche Gefahren kann man als Verantwortlicher auch vorhersehen – was auch der Grund dafür ist, warum so häufig Warnhinweise auf Produkten zur Sicherheit der Anwender angebracht sind. Hierzu ein paar Beispiele:

 · Shampoo: „Nicht zum Verzehr geeignet!“

· Nasenspray: „Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.“

· Bügeleisen: „Kleidung bitte nicht am Körper bügeln!“

· Auto: „Mit einem Sicherheitsgurt nur eine Person angurten.“

2. Was ist Produktkonformität?

Produktkonformität bedeutet, dass ein Produkt die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Denn der Gesetzgeber schreibt bestimmte Kriterien vor, die nicht nur bei dem Produkt selbst, sondern z.B. auch bei der Herstellung eingehalten werden müssen. Diese dienen vor allem dazu, einheitliche Sicherheits-, aber auch Gesundheits- und Umweltstandards umzusetzen.

Typischerweise gibt es für solche Produkte eine Genehmigungspflicht. Das bedeutet, dass eine Behörde erst einmal ein Muster des Produktes prüft. Erst dann, wenn es den gesetzlichen Anforderungen entspricht, darf das konforme Produkt in Serie gehen und schließlich in den Verkehr gebracht werden.

3. Fazit

Sowohl die Sicherheit als auch die Konformität eines Produktes sind bedeutend für den Schutz der Personen, die dieses Produkt später einmal nutzen werden. Das heißt jedoch nicht, dass ein sicheres Produkt gleichzeitig konform ist – oder umgekehrt!

Die Produktkonformität beinhaltet zwar Regelungen zur Sicherheit, aber umfasst auch noch weitere Bereiche. Die Produktsicherheit ist also nur ein Teil der Produktkonformität. Das bedeutet: Ein konformes Produkt muss nicht unbedingt sicher sein, sondern kann z.B. Schadstoffe enthalten, die in bestimmten Mengen zwar erlaubt, aber dennoch gesundheitsschädlich sein können. Und ein sicheres Produkt muss nicht gleichzeitig konform sein, z.B. weil gewisse Design-Anforderungen nicht eingehalten wurden.

Für die Verantwortlichen in den Unternehmen ist es sehr wichtig, die zahlreichen Anforderungen an ihr Produkt zu kennen und auch einzuhalten. In unseren Schulungen führen wir die Teilnehmer strukturiert durch die Theorie und schaffen ein gutes und flexibles Verständnis für diese Thematik – ganz ohne Aneinanderkettungen von Gesetzestexten und deren Interpretation! Mit Quizfragen und praktischen Übungen helfen wir den Teilnehmern schließlich, dieses Wissen auch in die Praxis zu überführen. Sprechen Sie uns an!